Am Nachmittag hatten sich die Feuerwehrabordnungen aus den neun Städten und Gemeinden des Kreisgebietes neben zahlreichen weiteren Gästen in der festlich geschmückten Fahrzeughalle des Gerätehauses „Auf dem Hüller“ eingefunden. „149 Delegierte der Wehren wurden eingeladen und sind am heutigen Tage auch anwesend“, freute sich der Kreisbrandmeister. Zu den Ehrengästen zählten unter anderem der stellvertretende Landrat des Kreises Herford, Dietrich Thiede, Polizeidirektor Bernd Stienkemeier, Klaus-Peter Grote, Kreisbrandmeister des Landkreises Schaumburg sowie Klaus Schwichow, stellvertretender Kreisbrandmeister des Kreises Minden-Lübbecke.
Der stellvertretende Landrat hatte noch kurz zuvor den umfangreichen Jahrebericht 2007 der Feuerwehren im Kreis Herford studiert. Das Buch mit über 200 Seiten umfasst zahlreiche Statistiken, Tätigkeitsberichte und Angaben zur technischen Ausstattung. „Ein umfangreiches Werk, das vom großen Leistungsspektrum der Feuerwehren zeugt“, so Thiede.
In seinem Bericht stellte Kreisbrandmeister Hackländer die Einsatzzahlen des letzten Jahres voran: 29.367 Gesamteinsätze, davon 4.679 Feuerwehreinsätze verzeichne die Statistik. „Das sind durchschnittlich 13 Einsätze pro Tag“, rechnete Hackländer vor. „Ist das hiermit verbundene ehrenamtliche Engagement eigentlich selbstverständlich für eine Bürger-initiative?“

Hackländer ging nachfolgend nochmals auf den Orkan Kyrill ein, der gerade in Nordrhein-Westfalen im Januar 2007 große Schäden verursacht hat. 41.000 Einsätze seien landesweit durch die Helfer der Feuerwehren und des Katastrophenschutzes abgearbeitet worden. Sechs Tote, davon zwei Feuerwehrangehörige, seien durch das Unwetter zu beklagen gewesen. 1.568 Einsätze hätten die Feuerwehren im Kreis Herford abgearbeitet. Mit 1.800 Notrufen sei die Leitstelle völlig überlastet gewesen.
Erstmals sei gemeinsam mit der Polizei eine Gefahrenlage abgearbeitet worden. Vor einigen Monaten hatte sich bekanntlich ein Mann mit einer Rohrbombe gut vier Stunden in seinem Auto vor dem Amtsgericht in Bünde verschanzt. 150 Helfer von Feuerwehr und DRK waren daraufhin nach ManV 3 (Massenanfall an Verletzten) alarmiert worden und hatten vorsorglich einen Behandlungsplatz für bis zu 50 Verletzte aufgebaut.
Hackländer ging schließlich noch auf die technische Ausstattung und Finanzierung des Feuerschutzes ein. 4,5 Millionen EURO seien für den Neubau der Leitstelle und den Umbau der Kreisfeuerwehrzentrale geplant. Einen nicht unerheblichen Betrag werde davon die neue Leitstellentechnik verschlingen. „Die Beschlüsse von Politik und Verwaltung hierzu sind für mich ein Beispiel für verantwortungsvolles Handeln."

Bernd Kröger ergänzte als Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes die Ausführungen des Kreisbrandmeisters. Die Zahl der aktiven Feuerwehrleute sei erstmals seit vier Jahren wieder gestiegen und liege jetzt bei 1.414 (2006: 1.386). Bedingt durch den Orkan Kyrill hätten sich die technischen Hilfeleistungseinsätze im letzten Jahr nahezu verdreifacht (2007: 3.226 / 2006: 1.372).
Insgesamt 31 Lehrgänge und Seminare mit 552 Teilnehmer/n/innen hätten im letzten Jahr stattgefunden. Das Lehrgangsprogramm sei dabei oftmals dicht gedrängt gewesen. Erst mit den anstehenden Baumaßnahmen werde wohl eine deutliche Entspannung der Situation eintreten.
Im weiteren Verlauf der Delegiertentagung berichtete Kreisjugendfeuerwehrwart Wolfgang Kenneweg über die Arbeit der Jugendfeuerwehren. 556 Jugendliche zählten die 19 kreisweit aktiven Nachwuchsgruppen. 10.000 Stunden seien im Bereich der Jugendarbeit im letzten Jahr geleistet worden.
Auch während der diesjährigen Tagung wurden Kameraden geehrt, die sich im Rahmen der Verbandsarbeit besonders eingebracht haben. So wurden Ulrich Pörtner (Löhne-Ort), Meik Siemer (Spenge), Jens Vogelsang (Hiddenhausen) und Christian Vogt (Enger) für ihre langjährige Jugendfeuerwehrarbeit mit der silbernen Ehrennadel des Kreisfeuerwehr-verbandes ausgezeichnet. Als Kreisausbilder wurden Peter Turon (Herford), Rainer Führ (Hiddenhausen) und Rolf Kuhle (Hiddenhausen) mit der gleichen Ehrung bedacht, während Frank Rieke die Nadel als Wehrführer erhielt. Auch Rolf Overlack durfte sich als Fachbereichsleiter des Amtes für Ordnung- und Umwelt der Gemeinde Kirchlengern über die Auszeichnung freuen.

Ulrich Stender (Kreisverwaltung), (r) stellvertretender Landrat Dietrich Thiede,
Polizeidirektor Bernd Stienkemeier

(stellv. KBM), (stehend v.l.) Christian Vogt (Enger), Ulrich Pörtner (Löhne),
Rainer Führ (Hiddenhausen), Rolf Kuhle (Hiddenhausen), Peter Turon (Herford),
Jens Vogelsang (Hiddenhausen), Wolfgang Kenneweg (KJFW), Frank Rieke
(Wehrführer), Wolfgang Hackländer (KBM) u. Rolf Overlack (Gemeinde-
verwaltung Kirchlengern)
J. Vogelsang
(Text u. Fotos)



