Feuerwehr Hiddenhausen

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Feuerwehr Hiddenhausen setzt auf interkommunale Zusammenarbeit

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Hauptversammlung mit Rückblick, Standort Schweicheln darf nicht vernachlässigt werden

Anderen Menschen zu helfen ist für die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Hiddenhausen eine Ehrensache. 82 Männer und Frauen stehen dafür rund und die Uhr bereit. Und die waren im letzten Jahr gefordert: So rückten die Blauröcke zu insgesamt 196 Einsätzen aus. Das berichtete Gemeindebrandinspektor Werner Lohmeyer am letzten Freitag während der Jahreshauptversammlung im Gerätehaus Eilshausen. „Dies ist ein beachtliches Pensum für eine kleine aber leistungsstarke Wehr“, sagte der Feuerwehrchef.  Neben dem ausführlichen Jahresbericht des Wehrführers standen Ehrungen und Beförderungen auf dem Programm.

Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer lobte die Arbeit der Feuerwehrleute in seinem Grußwort. „Ihr sorgt für ein Gefühl der Sicherheit!“  Zahlreiche Vertreter aus Rat und Verwaltung waren während der Hauptversammlung anwesend. „Das Interesse an der Feuerwehr ist eben groß!“, sagte Rolfsmeyer. Vor einigen Monaten hatten allerdings Äußerungen aus dem Gemeinderat zu Irritationen unter den ehrenamtlichen Brandschützern geführt. Um Kosten zu sparen wurde seinerzeit eine verstärkte interkommunale Zusammenarbeit von der Feuerwehr gefordert. Doch die  Feuerwehr Hiddenhausen arbeite bereits seit vielen Jahren erfolgreich mit den umliegenden Feuerwehren zusammen, stellte Lohmeyer während der Arbeitstagung klar. Die Feuerwehr Herford sei bei Unglücksfällen im Ortsteil Sundern fest in die Alarm- und Ausrückeordnung integriert. Auch bei der Ausrüstung der Wehr werde versucht, unnötige Doppelbeschaffungen zu vermeiden. So habe die Hiddenhausener Feuerwehr ein spezielles Messröhrchensystem zur Bestimmung gefährlicher Stoffe und Güter abgeschafft und ein Mehrbereichsmessgerät nicht mehr beschafft. „Die Feuerwehr Herford hat gerade erst einen gut ausgerüsteten Gerätewagen-Messtechnik in Dienst gestellt. Dieses Fahrzeug können wird im Rahmen der überörtlichen Hilfe anfordern und nutzen“, sagte Lohmeyer.
 
Im Übrigen werde die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Kirchlengern in Zukunft durch das interkommunale Industriegebiet Oberbehme weiter an Bedeutung gewinnen. Frank Rieke, Feuerwehrchef der Elsegemeinde, gehörte übrigens ebenfalls zu den Gästen der Hauptversammlung. Kreisbrandmeister Wolfgang Hackländer konnte den Ausführungen des Wehrführers nur zustimmen. Die Feuerwehr Hiddenhausen unterstütze seit fast 40 Jahren den Kreis Herford. Die Feuerwehrzentrale in Eilshausen werde nämlich zur Abend- und Nachtzeit von den Ehrenamtlichen aus der Großgemeinde besetzt. Die kümmerten sich dann um die Ausgabe von Schläuchen, Betreuung der Atemschutzübungsstrecke und die kreiseigenen Einsatzfahrzeuge. „Das ist auch eine Form interkommunaler Zusammenarbeit, bei der sich Gemeinde und Kreis gut ergänzen!“
 

Zu einem spektakulären LKW-Unfall wird die Wehr im Januar gerufen
 
39 Brandeinsätze und 100 technische Hilfeleistungen verzeichnet die Statistik der Feuerwehr Hiddenhausen für das letzte Jahr.  Besonders heikel gestalteten sich die Löscharbeiten am Berghofweg, wo im Sommer eine Werkstatt in Flammen stand. Damals überschlugen sich die Ereignisse, als eine Acetylenflasche über das Sicherheitsventil „abblies“. Ein Kellerbrand im Ortsteil Sundern verlief im Oktober ebenfalls glimpflich. Auch hier hätte der Zerknall einer Gasflasche schlimme folgen gehabt. Doch die Feuerwehr war schnell vor Ort und konnte das Stahlgefäß rechtzeitig bergen. Für Schlagzeilen sorgte schließlich ein Brummipilot aus Cuxhaven. Der hatte mit seinem LKW die Höhenkontrolle vor der Bahnunterführung in Schweicheln-Bermbeck missachtet. Die Folge war ein spektakulärer Unfall, bei dem sich der Sattelzug unter der Brücke verkeilte. Eine Bergungsfirma hatte schließlich nach Schweißarbeiten die Dämmung des Kühlaufliegers in Brand gesetzt, worauf der Löschzug Schweicheln-Bermbeck angefordert wurde. Einige Monate Später krachte es an gleicher Stelle erneut. Diesmal hatte ein LKW Teile der Unterflurregenrinne aus der Verankerung gerissen. Die Einsatzkräfte entfernten das Eisenteil. Der Wechselbrückenaufbau des Lasters wurde durch den Aufprall stark beschädigt. Elf Personen in Notlagen eilten die Blauröcke im letzten Jahr zur Hilfe. „Oftmals waren alte Menschen krank oder verletzt in ihren Wohnungen gefangen!“, sagte Lohmeyer.    
 

Im Gerätehaus Schweicheln-Bermbeck herrscht drangvolle Enge.
 
Besonders stolz ist der Wehrführer auf den guten Ausbildungsstand seiner Mannschaft.  Im letzten Jahr organisierten die Frauen und Männer eigens ein spezielles Atemschutznot-falltraining. Sollten die eigenen Feuerwehrkräfte im sogenannten Innenangriff in Not geraten,  kommt jetzt ein speziell geschulter Rettungstrupp zur Hilfe. Ebenso absolvierten die Wehrleute gerade erst beim Roten Kreuz eine Erste-Hilfe-Schulung. Die Grundausbildung für die Nachwuchskräfte fand hingegen wieder in gewohnter Weise gemeinsam mit den Feuerwehren Herford und Vlotho statt. Im Bereich der Brandschutzerziehung sei ebenfalls eine hervorragende Arbeit geleistet worden, meinte der Wehrführer. So hätte sich das Team um Fachberater Ulrich Dockhorn im letzten Jahr besonders an Menschen mit Behinderungen gewandt. Schließlich, so berichtete Lohmeyer, sei das Wechselladersystem beim Löschzug Eilshausen vervollständigt worden. Ein weiterer Container mit einer Pulverlöschanlage stehe jetzt zur Verfügung und könne von einem speziellen Trägerfahrzeug zum Einsatzort transportiert werden. Als nicht zufriedenstellend bezeichnete der Feuerwehrchef allerdings die räumliche Situation im Gerätehaus Schweicheln-Bermbeck. Hier ständen die vier Einsatzfahrzeuge dicht gedrängt in einer viel zu kleinen Halle. Dieser Zustand sei bereits von einem Sicherheitsbeauftragten beanstandet worden. Der Standort Schweicheln-Bermbeck dürfte allerdings nicht vernachlässigt werden. Schließlich gehörten zum Einsatzbereich des Löschzugs zwei Lackfabriken, eine Bundesstraße und eine Haupteisenbahnstrecke mit einer Unterführung in der Ortsmitte, die mittlerweile als berüchtigtes Nadelöhr gelte.
 
Im Anschluss wartete eine besondere Ehrung auf Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer. Dieser  habe sich in den vergangenen Jahren vorbildlich für die Jugendfeuerwehrarbeit eingesetzt, sagte Kreisjugendfeuerwehrwart Wolfgang Kenneweg. Dafür wurde der Verwaltungschef mit der  Florians-Medaille der Jugendfeuerwehr NRW ausgezeichnet. Wehrführer Lohmeyer nahm anschließend zwei Amtseinführungen vor.  So ist Torge Brüning jetzt neuer stellvertretender Leiter des Löschzugs Schweicheln-Bermbeck, während Carsten Niestrat künftig die Jugendfeuerwehr Eilshausen leitet. Von der Provinzial-Versicherung bekamen die Wehrleute übrigens noch zwei mobile Rauchverschlüsse überreicht. Durch diese Vorhänge können die Flucht- und Rettungswege bei einem Brand rauchfrei gehalten werden.
 
 
Gruppenfoto der Geehrten und Beförderten. Bürgermeister Rolfsmeyer (l) erhält
die Florians-Medaille. Askin Kavak vom Versicherungsbüro Trense übergibt
zwei mobile Rauchverschlüsse an Wehrführer Werner Lohmeyer (r).

 
Zum Abschluss der Jahreshauptversammlung nahm Gemeindebrandinspektor Lohmeyer noch die folgenden Beförderungen vor:
 
Zum Feuerwehrmann
Alexander Brockmeyer (LZ Eilshausen), Jan-Frederic Clemm, Yannick Ehlebracht, Johannes Kruse, Tobias Niederbäumer, Nico Stutmann, Sebastian Williams (alle LZ Schweicheln-Bermbeck)
 
Zum Oberfeuerwehrmann/ Zur Oberfeuerwehrfrau
Florian Günzel, Marcel Marx, Anja Rainey (alle LZ Eilshausen), Carolin Schönknecht, André Stutmann (beide LZ Schweicheln-Bermbeck)
 
Zum Unterbrandmeister
Marco Ruschhaupt (LZ Eilshausen)
 
Zum Brandmeister
Timo Drekshagen (LZ Eilshausen)
 
Zum Oberbrandmeister
Mario Daume (LZ Eilshausen)
 
Zum Brandinspektor
Torge Brüning (LZ Schweicheln-Bermbeck)

Jens Vogelsang
(Text u. Fotos)

 


Torge Brüning (2. v.l.) ist neuer stellv. Leiter des Löschzugs Schweicheln-
Bermbeck und „beerbt“ Dieter Griechen (3. v.l.).

 


Das Jugendfeuerwehrteam aus Hiddenhausen mit KJFW Wolfgang Kenneweg
(2. v.l). Carsten Niestrat (r) hat das Amt des Jugendwartes in Eilshausen von
Mario Daume (2. v.r.) übernommen.