
Kalt, windig und regnerisch war es, als die Hiddenhausener Wehrleute mit dem Hilfeleistungs-Löschfahrzeug 20/16 (HLF 20/16) in den Morgenstunden auf dem Militärflugplatz in Gütersloh ankamen. Auf dem Gelände landen nur noch selten Hubschrauber einer Versorgungseinheit. Ansonsten stehen die Hangars leer, denn die Militärs haben das Flugfeld geräumt. Für Fahrsicherheitsschulungen somit ein idealer Platz. Erwartet wurde die Mannschaft der Feuerwehr von Ausbilder Norbert Fischer. Der ehemalige Polizist war während seiner aktiven Dienstzeit für die Fahrzeugausbildung zuständig, hat also beispielsweise Polizeibeamte für Verfolgungsfahrten trainiert. Jetzt gibt der Pensionär in Diensten der Verkehrswacht e.V. sein Wissen weiter. Ebenfalls in Gütersloh vor Ort: Die Kameraden der Britischen Flughafenfeuerwehr mit einem Flugfeldlöschfahrzeug (580 PS).
Eine klassische Übung stand zu Beginn der Schulung für die Feuerwehrleute der Großgemeinde auf dem Programm. Hierbei galt es einen Parcours aus Verkehrsleitkegeln zu durchfahren. Über Funk bekam Torge Brüning, Gruppenführer beim Löschzug Schweicheln-Bermbeck, die letzten Instruktionen. „Kurz vorm Einlenken Fuß vom Gas und nicht so sehr auf die Hindernisse achten“, lauteten die Tipps von Ausbilder Fischer. Dann umkurvte Brüning mit dem 240-PS-Löschgefährt in flotter Fahrt die „Hütchen“. „Man lernt die Grenzen des Fahrzeugs bei einer solchen Übung sehr schnell kennen. Immerhin sind 2.000 Liter Löschwasser im Aufbau des Wagens ständig in Bewegung“, meinte der Brandmeister im Anschluss. Nachfolgend hatten die Teilnehmer mit rund 50 Stundenkilometern eine abgesteckte Gasse zu durchfahren. Ein plötzlicher Spurwechsel war in der Mitte der Strecke zu meistern. Im weiteren Verlauf wurden schnelle und flüssige Kurvenfahrten trainiert. Insgesamt bringt das HLF des Löschzugs Schweicheln-Bermbeck fast 14 Tonnen auf die Waage. Ein besonderes Augenmerk lenkte Ausbilder Fischer daher auf das richtige Bremsen des schweren Gefährts. Vollbremsungen aus 30, 50 und 60 Stundenkilometern wurden geübt. Dank Antiblockiersystem hatten die Brandschützer nur wenig Probleme, das Feuer-wehrfahrzeug schnell und sicher zum Stehen zu bringen. Zum Schluss wurde in einem sogenannten Wenderechteck vorwärts und rückwärts rangiert. So bekamen die Fahrer ein Gefühl für die Abmessungen des Wagens. Ein positives Fazit zogen alle Teilnehmer am Schluss der Schulung. Ein Fahrsicherheitstraining werde auf jeden Fall für die Hiddenhausener Wehrleute in Kürze noch einmal angeboten, so Gemeindebrandinspektor Werner Lohmeyer.
Blaulicht und Einsatzsignal sind für Einsatzkräfte übrigens kein „Freibrief“. Der Fahrer eines Einsatzfahrzeugs muss sich beispielsweise vor Durchfahren einer Kreuzung „bei Rot“ durch langsames „Herantasten“ zuverlässig vergewissern, ob der Querverkehr ihn auch wahrgenommen hat, stellte der Hiddenhausener Feuerwehrchef klar.

Die Flughafenwehr war ebenfalls vor Ort.
Nach absolviertem Fahrertraining: Torge Brüning, Axel Schönknecht, Björn Sewing
und Thomas Graf (v.l.) von der Feuerwehr Hiddenhausen
Von Jens Vogelsang (Text)
(Fotos: Torge Brüning)




