Feuerwehr Hiddenhausen

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Seminar Brandschutzerziehung: Mit „Florian aus der Tasche“ und „Rauchhaus“

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ImageHiddenhausen-Eilshausen (Vo). Warum sind Feuerwehrautos eigentlich rot - und warum kann man Rauch nicht fühlen? Der Wissensdurst von Kindern kennt manchmal keine Grenzen. Solche und ähnliche Fragen bringen das versierte Personal der Feuerwehr natürlich nicht aus der Ruhe, wenn die Kameradinnen und Kameraden in Sachen Brandschutzerziehung und –aufklärung  in Kindergärten und Schulen unterwegs sind. Die Probleme und Defizite der präventiven Feuerwehrschulungen sind vielmehr in anderen Bereichen zu suchen. 

Der  Kreisfeuerwehrverband Herford organisierte daher im Frühjahr diesen Jahres eigens ein Seminar Brandschutzerziehung. Zu der Veranstaltung kamen rund 20 ehren- und hauptamtliche Kräfte aller neun Wehren aus dem Kreisgebiet  im Gerätehaus des Löschzugs Eilshausen in Hiddenhausen zusammen. Als Seminarleiter fungierte Ulrich Dockhorn, Fachberater bei der Feuerwehr Hiddenhausen. Ein besonders herzliches Willkommen galt zunächst Martina Grochow, Leiterin der Koordinierungsstelle des Fachausschusses Brandschutzerziehung und –aufklärung des Landesfeuerwehrverbandes NRW beim Floriansdorf in Iserlohn und gleichzeitig Vorstandsmitglied der Jugendfeuerwehr NRW. 

KJFW Wolfgang Kenneweg demonstrierte das „Rauchhaus“ und zeigte weitere ExperimenteWährend der Vorstellungsrunde zu Beginn wurde schnell deutlich, in den Wehren des Kreisgebietes wird dem Bereich Brandschutzerziehung und –aufklärung unterschiedliche Bedeutung zugemessen, zum Teil werden auch verschiedene Konzepte umgesetzt. „Ein Arbeitskreis wäre hier sinnvoll, um Probleme auszutauschen“, wandte Martina Grochow ein. Der/Die Arbeitskreisvorsitzende könnte dann auch zentrale/r Ansprechpartner/in für den Kontakt zur Koordinierungsstelle in Iserlohn sein. Während in Rödinghausen bereits seit über 15 Jahren Schulungen an Kindergärten und Grundschulen durchgeführt werden, sind andere Wehren erst seit etwa fünf Jahren in dem Bereich aktiv. Die Feuerwehr Vlotho kümmert sich zusätzlich um das Infomobil. Der von der Provinzial-Versicherung gesponserte Anhänger ist  bereits seit dem Jahr 1999 kreisweit gerade für die Sicherheitserziehung von Kindern im Einsatz. Großes Plus bei der Feuerwehr Herford (-Stadt):  Jeweils ein Kamerad aus jeder Wachabteilung der hauptamtlichen Wehr erledigt hier die Schulungen, sodass die ehrenamtlichen Kräfte entlastet werden.

Martina Grochow berichtete im Anschluss über die Arbeit des Fachausschusses beim Landesfeuerwehrverband NRW. Der Ausschuss erarbeite insbesondere auch für die Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung pädagogische Konzepte für Kinder. Gerade deshalb seien auch Erzieherinnen in dem Gremium vertreten. Feuerwehrleute hätten hingegen keine solche pädagogische Ausbildung, meinte Grochow. Die eigentliche Gefahrenaufklärung müsse daher bereits im vorhinein durch die Lehrer/innen im Rahmen des regulären Schulunterrichtes geleistet werden. Die Lehrkräfte dürften deshalb nicht verwöhnt werden, schließlich könne die Feuerwehr nur Ideengeber sein.

Die Arbeit des Ausschusses ist im  Internet (www.sicherheitserziehung-nrw.de ) umfassend dargestellt. Hier sind auch Konzepte anderer Feuerwehren eingestellt. Jede Wehr kann sich daraus ein eigenes Programm für die Gefahrenaufklärung zusammenstellen. Bei der Feuerwehr Rödinghausen hat sich beispielsweise an Grundschulen ein Stationslauf bewährt. Die Schüler/innen müssen dabei mehrere Punkte im Schulgebäude aufsuchen. Die Unterweisung in Erster-Hilfe und die Durchführung kleiner Experimente zum Thema Brennen und Löschen gehören unter anderem zum Parcours. Ein heikles Thema sind auch Räumungsübungen in Kindergärten. Alle Seminarteilnehmer/innen waren sich einig, dass hier  von den Verantwortlichen der Feuerwehr viel Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Kleinen gefragt ist. Im übrigen sind die Eltern bei der Nachbereitung des Stoffes mit ihren Kindern gefordert und müssen deshalb bei allen Aktionen der Feuerwehr mit eingebunden werden

Die Fülle an Materialen für die Brandschutzerziehung und –aufklärung ist  groß. „Florian aus der Tasche“ kennen beispielsweise viele Kindergartenkinder aus Hiddenhausen. Die Stoffpuppe begrüßt regelmäßig die kleinen Gäste und wird dabei von Ulrich Dockhorn animiert. Die auf dem Markt erhältlichen Bücher werden übrigens von der Koordinierungsstelle bewertet. „Schließlich soll nicht für teueres Geld gekauft werden, was unbrauchbar ist“, so Martina Grochow. Ein besonderes Highlight setzt die Feuerwehr Vlotho seit kurzem ein: In rund 80 Stunden Eigenleistung wurde ein sogenanntes Rauchhaus zusammengebaut. Hierbei handelt es sich um ein „Puppenhaus“ dessen Vorderseite mit einer Kunststoffscheibe versehen ist. Mittels Bautenzügen lassen sich die Innentüren öffnen und schließen. Das Modell kann jetzt über das „Treppenhaus“ durch einen Raucherzeuger eingenebelt werden. Kreisjugendfeuerwehrwart Wolfgang Kenneweg aus Vlotho erklärte die Funktionsweise während des Seminars. „Ein Anschauungsmodell nicht nur für Kinder“, so Kenneweg. Zum Abschluss der Veranstaltung wurden noch weitere   Experimente vorgeführt und Materialen zum Thema gezeigt, um so den  Teilnehmer/innen Anregungen zu liefern.


Die abschließende Aussprache fand unter Leitung des stellvertretenden Kreisbrandmeisters Bernd Kröger statt. Danach sollen in Zukunft weitere Erfahrungsaustausche folgen.

 

Von Seiten der Feuerwehr Hiddenhausen nahmen an dem Seminar teil: Britta Stork, Sabrina Pflug (LZ Eilshausen), Jaana Bahr, Fabian Stadelmann (LZ Schweicheln-Bermbeck). 

 

 „Brandschutzerzieher/innen“ aus dem gesamten Kreis Herford nahmen an dem Seminar teil

 

                                                                                                                      Von Jens Vogelsang
                                                                                                                      (Text u. Fotos)