führung und Übergabe eines neuen Fahrzeugs
Gleich zehn Tagesordnungspunkte umfasste der offizielle Teil der Jahresarbeitstagung der Feuerwehr Hiddenhausen für das zurückliegende Jahr 2007. Wehrführer Werner Lohmeyer war daher um einen zügigen Ablauf der Versammlung bemüht. Und dennoch, erst nach rund drei Stunden(!) war alles Wesentliche gesagt und alle Ehrungen und Beförderungen ausgesprochen. Gegen Ende der Arbeitstagung „dudelten“ dann plötzlich die Funkmelder und die Alarmklingel schellte durch das Gerätehaus an der Königsberger Straße. Einsatz für den Löschzug Eilshausen ... Der obligatorische Fototermin mit allen geehrten und beförderten Kameradinnen und Kameraden musste daher entfallen.
Ein herzliches Willkommen richtete Lohmeyer zunächst an die anwesenden Gäste. Neben Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer hatten sich weitere Vertreter aus Rat und Verwaltung im Gerätehaus eingefunden. Daneben zählten Kreisbrandmeister Wolfgang Hackländer, dessen Stellvertreter Bernd Kröger, Ehrenkreisbrandmeister Dieter Wilkening und Kreisordnungs-amtsleiter Hans Walter Hartogs zu den Ehrengästen, die in vorderer Reihe Platz genommen hatten. Bürgermeister Rolfsmeyer erinnerte in seinen Grußworten an die Einweihung der neuen Fahrzeughalle im letzten Jahr. Das neue Wechselladerfahrzeug mache auf ihn im übrigen einen imposanten Eindruck. Die Feuerwehr sei durch dieses System sehr flexibel. „Es handelt sich um gut angelegtes Geld!“, meinte der Bürgermeister zu den erheblichen Investitionen. Rolfsmeyers besonderer Dank galt im übrigen Fred Bergmeyer für dessen 15-jähriges Engagement als Leiter des Löschzugs Eilshausen.
Während der Totenehrung erinnerte Wehrführer Lohmeyer an Kamerad Friedel Mester, der im vergangenen Jahr nach langer schwerer Krankheit verstorben war. Friedel Mester hat sich über viele Jahre hinweg in außergewöhnlicher Weise für die Feuerwehr Hiddenhausen engagiert.
Wehrführer Werner Lohmeyer: „2.903 Einsatzstunden wurden geleistet!“
Die besonderen Einsatzlagen stellte Gemeindebrandinspektor Werner Lohmeyer an den Beginn seines Jahresberichtes. So war im Januar des letztes Jahres der Notruf ausgefallen. Die Gerätehäuser in Eilshausen und Schweicheln-Bermbeck wurden als Kontaktstellen besetzt. Künftig würden bei ähnlichen Situationen weitere Meldestellen an den Einkaufsmärkten in Sundern und Oetinghausen eingerichtet, erläuterte Lohmeyer. Der Orkan „Kyrill“ hatte kurze Zeit später zu zahlreichen Einsätzen und einer völligen Überlastung der Leitstelle geführt. „Daher ist auch bei der Feuerwehr Hiddenhausen ein eigenes Konzept nötig, um in Zukunft solche oder ähnliche Lagen schnell und sicher abzuarbeiten.“ Hierbei sei besonders die Mannschaft des Einsatzleitwagens gefordert, sagte Lohmeyer. Während einer Messeveranstaltung und dem Brauereifest war die Feuerwehr Hiddenhausen ebenfalls gefordert. Insgesamt 570 Stunden Brandsicherheitswache, so rechnete der Wehrführer vor, seien bei diesen beiden Veranstaltungen innerhalb von einer Woche geleistet worden. Außergewöhnlich oft sind die beiden Löschzüge auch im letzten Jahr ausgerückt, um Personen hinter verschlossenen Türen zu helfen. „Immer mehr Menschen kommen offensichtlich mit ihrer Lebenssituation nicht mehr zurecht“, meinte Lohmeyer. Kurios verlief im übrigen ein Einsatz im Juni. Damals war der Löschzug Schweicheln-Bermbeck zu einem Brand an der Bahnstrecke Dortmund – Hannover gerufen worden. Durch Sturmböen war ein Baum abgeknickt und hatte im Fahrdraht Feuer gefangen. Kurz nach Eintreffen der ersten Fahrzeuge rissen zwei Oberleitungen. Gemeinsam mit dem Bahnnotfallmanager, so erläuterte Lohmeyer, sei der Einsatz abgearbeitet worden. Als problematisch hätte sich allerdings die Weiterbeförderung von 90 Personen eines „gestrandeten“ Nahverkehrszugs gestaltet. „Schließlich hat die Feuerwehr den Transport übernommen. Bis nach Osnabrück führten dabei die Fahrten“, erzählte der Wehrführer. Alle Kosten hierfür seien übrigens von der Bahn übernommen worden. Aus dem üblichen „Tagesgeschäft“ hob Lohmeyer den Wohnungsbrand in einer Hochhauswohnung im Oktober besonders hervor. Insgesamt seien während der 192 Einsätze im letzten Jahr 2.903 Einsatzstunden geleistet worden, lautete das abschließende Resümee des Gemeindebrandinspektors.
Das Jubiläumsfest des Löschzugs Eilshausen zum 75-jährigen Bestehen sei im übrigen eine gute Werbung für die Feuerwehr gewesen. Als besonderes Highlight bezeichnete Lohmeyer die neue Fahrzeughalle. Die Feuerwehr könne jetzt wieder von einem zentralen Punkt ausrücken. Die Zeit der Notlösungen sei vorbei.
Einen großen Stellenwert hätte auch im letzten Jahr die Aus- und Fortbildung eingenommen. Ein Schwerpunkt sei dabei auf das Fahrsicherheittraining in Gütersloh gelegt worden. 14 Kameraden hätten daran teilgenommen. Im übrigen erwähnte der Wehrführer den Frauenworkshop im Kreis Gütersloh und das Forum in Aachen zum Vorbeugenden Brand- schutz. An beiden Veranstaltungen auf Landesebene hätten auch Angehörige der Feuerwehr Hiddenhausen teilgenommen.
Seinen besonderen Dank richtete Lohmeyer schließlich an die Verwaltung der Gemeinde Hiddenhausen für die gute Unterstützung. „Hier hat man viel Verständnis für die Belange der Feuerwehr!“
“Die Jugendarbeit wurde auch im letzten Jahr in bewährter Weise fortgeführt“, erläuterte Jugendwart Jens Vogelsang. Zu den Aktivitäten zählten ua. der Aktionstag zur Themenwoche der ARD unter dem Motto „Kinder sind Zukunft“, das Kreisjugendzeltlager und der Berufsfeuerwehrtag. Beim Volleyballturnier in Enger und dem Orientierungslauf in Vlotho wurden jeweils zweite Plätze belegt. Insgesamt 154 Stunden seien der feuerwehrtechnischen Ausbildung und 246 Stunden der allgemeinen Jugendarbeit gewidmet worden, so Vogelsang.
„Jede dritte Brandstiftung werde durch Kinder und Jugendliche verübt. Ziel der Brandschutz-erziehung u. –aufklärung sei natürlich, diese Zahl zu reduzieren, so Ulrich Dockhorn zu Beginn seines Berichtes. Insgesamt 29 Termine, hauptsächlich an Schulen und Kindergärten, wurden wahrgenommen. Dockhorn erinnerte auch an den Besuch bei der Lebenshilfe in Herford. „Dort wurden wir mit viel Herzlichkeit aufgenommen.“
Kreisbrandmeister Hackländer: „Planungen für die neue Kreisfeuerwehrzentrale laufen auf Hochtouren!“
“Alle 192 Einsätze der Feuerwehr Hiddenhausen sind zur Zufriedenheit aller Beteiligten verlaufen“, stellte Kreisbrandmeister Wolfgang Hackländer fest. Hackländer erinnerte an das immense Einsatzaufkommen im Kreis Herford während des Orkans Kyrill im Januar 2007 (1.346 Einsätze verzeichnet die Statistik allein vom 18.01.-21.01.2007). Die Feuerwehren seien hier an ihre Leistungsgrenze gekommen. „Auch für die Zukunft sind solche extremen Wetterlagen nicht auszuschließen.“ Die Städte und Gemeinden müssten sich hierzu Gedanken machen und beispielsweise entsprechende Vorräte an Sandsäcken anlegen, mahnte der Kreisbrandmeister.
Besonders stolz zeigte sich Hackländer über den Ausbildungsstand auf Kreisebene. Im Jahr 2007 hätten 31 Lehrgänge und Seminare mit insgesamt 552 Teilnehmer/n/innen stattgefunden und seien vom Kreis entsprechend finanziert worden. Eine solch intensive Ausbildung gebe es längst nicht überall in den Nachbarkreisen.
Die weiteren Planungen zur Neugestaltung der Kreisfeuerwehrzentrale liefen im übrigen auf Hochtouren. Ein Investitionsvolumen von 4,5 Millionen Euro sei für die drei Bauabschnitte vorgesehen. „Der Beginn der Maßnahme ist für das Jahr 2009 mit dem Neubau der Leitstelle geplant.“ Die Schaffung von neuen Schulungsräumen schließe sich an. Im Jahr 2011 folge noch die Errichtung neuer Fahrzeughallen. Hackländer sprach schließlich noch die Eröffnung von Haus Phönix im April 2008 an. Das bisherige Feuerwehrerholungsheim in Bergneustadt sei zu einem Hotel mit Dreisterne-Charakter umgebaut worden. Bezüglich der Belegungszeiten bekomme jeder Kreis ein gewisses Tageskontingent zugewiesen. Als Manager des Kontingents für den Kreis Herford sei dabei Ehrenkreisbrandmeister Dieter Wilkening „verpflichtet“ worden.

ausgezeichnet: BOI Fred Bergmeyer (l)

Bergmeyer, stellv. GBI Rolf Kuhle, BI Marco Bergmeyer u. HBm Bernd Gante.
Der offizielle Teil der Jahreshauptversammlung fand schließlich mit der Schlüsselübergabe für das neue Wechselladerfahrzeug vom Typ Scania mit Abrollbehälter (Plane/Spriegel) ihren Abschluss.

stellv. GBI Rolf Kuhle und BOI Fred Bergmeyer neben dem Vertreter der Firma
Dix (Iveco/Scania)
Der Feuerwehreinsatz gegen Ende der Versammlung war übrigens nicht dramatisch. In einer leer stehenden Wohnung waren bei Renovierungsarbeiten Schleifrückstände in einem Mülleimer in Brand geraten. Die Flammen konnten binnen weniger Minuten gelöscht werden. Allerdings verursachte das Löschwasser eine gefährlich glatte Hofeinfahrt.

(im Vordergrund) bleiben gelassen.
Die nachfolgenden Ehrungen wurden von Wehrführer Werner Lohmeyer im Verlaufe der
Hauptversammlung vorgenommen:
60-jährige Mitgliedschaft
Ewald Kramer (LZ Eilshausen)
Heinrich Schwarze (LZ Schweicheln-Bermbeck)
50-jährige Mitgliedschaft
Horst Burand, Gerhard Hackländer, Gottfried Kröger, Edgar Mester,
Wilfried Pühse (alle LZ Eilshausen)
Werner Brocks (LZ Schweicheln-Bermbeck)
Die nachfolgenden Beförderungen wurden vom Wehrführer vorgenommen:
Zur Feuerwehrfrau/ zum Feuerwehrmann:
Florian Günzel, Marcel Marx, Anja Rainey, Sarah-Jane Rainey (alle LZ Eilshausen)
Carolin Schönknecht, André Stutmann (beide LZ Schweicheln-Bermbeck)
Zur Oberfeuerwehrfrau/ zum Oberfeuerwehrmann:
Pascal Diesing, Jan Kuhle, Sabrina Pflug, Marcel Rakowski, Nadine Schulz,
Tobias Schwarz (alle LZ Eilshausen)
Zum Hauptfeuerwehrmann:
Kai-Philip Heibrock, Michael Janzen (beide LZ Eilshausen)
Sebastian Schröder (LZ Schweicheln-Bermbeck)
Zum Unterbrandmeister:
Florian Ruthe (LZ Eilshausen)
Jan-Hendrik Pieper (LZ Schweicheln-Bermbeck)
Zum Brandmeister:
Mario Daume (LZ Eilshausen)
Zum Oberbrandmeister:
Torge Brüning (LZ Schweicheln-Bermbeck)
Zum Hauptbrandmeister:
Bernd Gante (LZ Eilshausen)
Zum Brandinspektor:
Marco Bergmeyer (LZ Eilshausen)
Verabschiedung in die Ehrenabteilung:
Jürgen Schröder (LZ Schweicheln-Bermbeck)
J. Vogelsang
(Text u. Fotos)




