Der Unfall ereignet sich am Dienstagnachmittag am Ortseingang Schweicheln-Bermbeck. Das türkische Ehepaar ist mit seinen vier Kindern auf der Rückfahrt in den Landkreis Osnabrück. Ihr Auto, ein VW-Sharan, ist mit Koffern, Taschen und Tüten voll bepackt. In Höhe der Einmündung Womke, so wird später berichtet, macht der Fahrer einen leichten Schlenker auf die Gegenfahrbahn. Diese Unachtsamkeit wird der Familie zum Verhängnis. Denn zur gleichen Zeit ist der Lastzug eines Baustoffhandels auf der Gegenfahrbahn in Richtung Herford unterwegs. Der Sharan streift mit voller Wucht den entgegenkommenden LKW aus dem Landkreis Schaumburg.
Um kurz vor 17 Uhr werden Feuerwehr und Rettungsdienst alarmiert. Den Einsatzkräften bietet sich ein grauenvolles Bild: Der Fahrgastraum des Volkswagens ist im Frontbereich völlig eingedrückt. Drei Notärzte, darunter der leitende Notarzt Dr. Ulrich Huster aus Bünde, kümmern sich sofort um die Schwerverletzten. Doch für den 36-jährigen Mann kommt jede Hilfe zu spät. Er verstirbt wenige Minuten später. Feuerwehrleute vom Löschzug Schweicheln-Bermbeck räumen das Gepäck aus dem Fahrzeug, um den Ärzten und Rettungsassistenten Platz zu verschaffen. Hydraulisches Rettungsgerät wird in Stellung gebracht. Der Rüstwagen 2 der Kreisfeuerwehrzentrale ist angerückt. Ein Kind hat schwere Kopfverletzungen erlitten. Nach rund 30 Minuten kann das Mädchen aus dem PKW befreit werden. Ärzte stabilisieren die Schwerverletzte im Rettungswagen. Sie wird anschließend mit dem Hubschrauber „Christoph 13“ in ein Bielefelder Spezialkrankenhaus geflogen. Ihre Mutter und drei jüngere Geschwister werden in das Klinikum Herford gebracht. Sie sollen nicht lebensgefährlich verletzt sein. Der Brummifahrer erleidet einen Schock. Auch er wird ins Krankenhaus nach Bünde eingewiesen. Mittlerweile sind Angehörige der Unfallopfer in Schweicheln-Bermbeck eingetroffen. Sie sind fassungslos und weinen. Pfarrer Steiner kommt aus Exter. Er ist Notfallseelsorger und kümmert sich im Klinikum um die verzweifelten Menschen. Erst gegen 22 Uhr sind die Aufräumarbeiten beendet.
Durch den heftigen Zusammenstoß wurde die Fahrertür des Lastwagens regelrecht herausgerissen. Dem Brummipiloten gelang es dennoch, seinen Iveco 450 samt Anhänger sicher in der Spur zu halten und zum Stehen zu bringen. Das tonnenschwere Gefährt war mit Dachpfannen beladen. Das linke Vorderrad des Sharan und der Dachgepäckträger des Autos wurden abgerissen. Der Lastwagenfahrer hatte wohl keine Chance, den Unfall zu verhindern. Insgesamt waren rund 60 Helfer im Einsatz. Die Leitstelle hatte die Alarmierung nach MANV-Stufe 1 (Massenanfall an Verletzten) ausgelöst, sodass die Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) der Johanniter-Unfallhilfe aus Löhne ebenfalls angerückt war.
J. Vogelsang
(Text u. Fotos)

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