Feuerwehr Hiddenhausen

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Wohnungsbrand Pestalozzistraße (Lippinghausen)

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ImageHiddenhausen-Lippinghausen (Vo). Keine Verletzten, dafür aber beträchtlicher Sachschaden, so lautet das Fazit eines Wohnungsbrandes im Ortsteil Lippinghausen. Die Feuerwehr Hiddenhausen sowie Einheiten der Kreisfeuerwehrzentrale in Eilshausen sind schnell vor Ort und können schlimmeres verhindern.

In einem Hochhaus an der Pestalozzistraße 2 dringt am Vormittag plötzlich dichter Rauch aus dem    2. Obergeschoss. Gegen 10,15 Uhr laufen die ersten Notrufe ein. Sofort löst die Kreisleitstelle Vollalarm für die beiden Löschzüge der Gemeinde aus. „Feuer Stufe 3, Menschenleben in Gefahr“ lauten die Stichworte für die Wehrleute um 10,18 Uhr. An der Einsatzstelle angekommen ist die Lage zunächst konfus: Ein Appartement steht im Vollbrand, die Wohnungstür ist verschlossen und vom Mieter fehlt jede Spur. Unklar ist auch, ob noch weitere Bewohner durch die starke Rauchgasentwicklung betroffen sind. 121 Personen sind insgesamt in dem Haus gemeldet. Ein Großaufgebot an Rettungsmitteln wird daher mobilisiert: Stellvertretender Kreisbrandmeister Bernd Kröger veranlasst dazu die Alarmierung nach „MANV 1“ (Massenanfall an Verletzten). Zwei Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF), vier Rettungswagen (RTW), ein Krankentransportfahrzeug (KTW), der leitende Notarzt und der Organisationsleiter für den Rettungsdienst sind zwischenzeitlich auf dem Weg  in die Großgemeinde. Im übrigen hat das DRK umgehend mit der entsprechenden Ausrüstung (MANV-Anhänger) anzurücken. Gemeindebrandinspektor Werner Lohmeyer kann den „MANV-Alarm“ allerdings kurze Zeit später zurücknehmen. Schnell wird klar: Auch eine Räumung des gesamten Gebäudes erscheint nicht erforderlich. Stattdessen werden alle Bewohner gebeten, in ihren Wohnungen zu bleiben.

 

 Über die 4-teilige Steckleiter u. 3-teilige Schiebleiter wird an der Straßenseite vorgegangen.

 

 

Bei den Löscharbeiten gehen die Wehrleute rigoros vor: Sofort wird das Schloss der Wohnungstür „geknackt“. Steigleitung und Wandhydrant im Treppenhaus werden in Betrieb genommen und mit der Suche nach dem weiterhin vermissten 23-Jährigen begonnen. Gleichzeitig werden auf der Rasenfläche an der Vorderseite des Gebäudes die 4-teilige Steckleiter und 3-teilige Schiebleiter in Stellung gebracht. Ein weiterer Löschangriff wird über die tragbaren Leitern und den Balkon vorgetragen. Auf ein Anleitern mit der Drehleiter (DLK 23/12) kann hier  verzichtet werden.  Wenig später meldet sich der vermisste junge Mann vor Ort bei der Polizei. Bei den Wehrleuten ist Erleichterung zu spüren.
Gegen Mittag kann Einsatzleiter Lohmeyer „Feuer aus!“ melden. Das Wohnzimmer der Appartementwohnung ist vollständig ausgebrannt. Wände und Decken auch der übrigen Räume sind vom Ruß völlig geschwärzt. Die Kunststoffscheibe einer Innentür ist durch die Hitze zerschmolzen. Das Feuer scheint an einer Sitzgruppe am Wohnzimmerfenster ausgebrochen zu sein, die jetzt wie auch das übrige Mobiliar völlig verkohlt ist. Das würde auch die starke Rauchentwicklung erklären. „Die betroffene Wohnung ist absolut unbewohnbar“, so Gemeindebrandinspektor Lohmeyer. Ob ein technischer Defekt den Brand verursacht hat oder aber Fahrlässigkeit vorliegt, muss jetzt die Kriminalpolizei klären. Die Brandermittler beginnen bereits kurze Zeit später mit ihrer Arbeit. Sicherheitshalber werden die Wohnungen direkt über den ausgebrannten Räumlichkeiten und im Geschoss darunter auf Rauch und Wasser überprüft. Insgesamt sind 45 Feuerwehrkräfte im Einsatz.
Das Hochhaus wurde im Jahr 1973 errichtet. Über eine seitliche Zufahrt sind Hof und Parkfläche auf der rückwärtigen Gebäudeseite von der Pestalozzistraße aus zu erreichen.  Hier befindet sich auch der Hauseingang. Durch das Treppenhaus und über offene Balkongänge gelangt man zu den einzelnen Wohnungen. Ein zweites Treppenhaus oder ein Sicherheitstreppenhaus mit Druckbelüftung gibt es nicht. Trockenleitung und Wandhydranten sowie Feuermelder sind auf jeder Etage  vorschriftsmäßig installiert. Sämtliche Appartements des Gebäudekomplexes werden mit Elektrospeicherheizungen geheizt.
Nicht zum ersten Mal war die Feuerwehr Hiddenhausen in dem Hochhaus an der Pestalozzistraße im Einsatz. Im Dezember 2002 brannte es hier in einer Wohnung im sechsten Stock. Damals hatten vermutlich Kinder sämtliche Ventile an der Steigleitung geöffnet. Folge: Das Löschwasser strömte in das Treppenhaus und gefror sofort. Die Wehrleute mussten daraufhin eine Schlauchleitung über die spiegelglatten Stufen verlegen. Auch dieser Einsatz verlief für die Bewohner glimpflich, niemand kam ernsthaft zu Schaden.

 

 

Blick aus dem 2. Obergeschoss an der Gebäuderückseite.
 

 

 

Das Löschwasser wird aus dem Wandhydrant entnommen.  

 

 

 

 Die Scheibe einer Innentür ist geschmolzen.

 

 


Die Drehleiter bleibt in Bereitstellung. Das HLF Schweicheln speist die Steigleitung. 

 


Verschnaufpause nach dem Einsatz unter schwerem Atemschutz.
 


                                                                                                                                    Von Jens Vogelsang
                                                                                                                                            (Text u. Fotos)