Die Aus- und Fortbildung der Feuerwehrangehörigen hat in der Feuerwehr Hiddenhausen seit eh und je einen hohen Stellenwert. Dabei wird besonderer Wert auf den Ausbildungsstand der Atemschutz-Geräteträger gelegt. Am ersten Märzwochenende fand nun im Gerätehaus Eilshausen zum ersten mal ein auf zwei Tage angelegtes Atemschutz-Notfalltraining statt. 6 Angehörige des Löschzuges Eilshausen opferten ihr komplettes Wochenende, um sich von den Ausbildern Bastian Feldscher und Mario Daume in das richtige Verhalten bei Notfällen im Atemschutzeinsatz einweisen zu lassen. Mit der Idee, ein eigenes Atemschutz-Notfalltraining durchzuführen, stieß man bei Wehrführer Werner Lohmeyer auf offene Ohren. Der Hiddenhauser Feuerwehrchef gab sofort „grünes Licht“ für die Aktion und so konnte schon 6 Wochen nach der Zusage das erste Training stattfinden.
Begonnen wurde am Samstag zunächst mit einer Einsatzübung, um die Einsatzkräfte für die Problemstellung zu sensibilisieren. In der Nachbesprechung der Übung wurde schnell deutlich, dass nur durch ruhiges, überlegtes Arbeiten eine erfolgreiche Rettung möglich ist. „Wenn Kameraden in Not geraten, führt dass bei den Einsatzkräften zu einer erhöhten Stressbelastung. Viele Feuerwehrleute vergessen in dieser Situation, dass ihr eigener Atemluftvorrat und damit ihre Arbeitszeit begrenzt ist. Auch die Sicherung des eigenen Rückzugsweges wird häufig vernachlässigt. Schnell geraten dann die Retter selbst in eine Notsituation“, erläutert Bastian Feldscher die Erkenntnisse aus der Auswertung zahlreicher Atemschutznotfälle weltweit. Exemplarisch vorgestellt wurden diese und andere Erkenntnisse am Beispiel eines tödlichen Dienstunfalls in Köln im Jahre 1996. Anschließend wurden die Inhalte der FwDV 7 aufgefrischt, die richtige Durchführung der Atemschutz-überwachung sowie die korrekte Ausstattung des Sicherheitstrupps besprochen. Im zweiten Praxisblock des 1. Tages wurden Suchtechniken sowie die Atemluftspende geübt. Der zweite Tag begann mit einer theoretischen Einweisung in das Verhalten von verunfalltem Trupp und Sicherheitstrupp. Nachdem man sich bei Frühstück gestärkt hatte, wurde die Anwendung des Atemschutz-Notfall-Sets trainiert. Die ersten Übungen gingen gut von der Hand. Später wurde durch das Abkleben der Atemmasken mit einer speziellen Folie die Sichtbehinderung durch starke Rauchentwicklung simuliert und so der Schwierigkeitsgrad erhöht. Wenn man sich fast nur durch Tasten orientieren kann, wird der Wechsel eines PA-Gerätes beim Verunfallten sowie das Herstellen der Transportfähigkeit durch Festschnallen auf dem Spineboard eine langwierige, schweißtreibende Aufgabe. Nachdem auch diese Aufgabe von den Teilnehmer gemeistert wurde, stand am späten Sonntag Nachmittag die Abschlussübung an. Bei einem simulierten Kellerbrand sollte ein verunfallter Feuerwehrkamerad gerettet werden. Die Übung zeigte deutlich die erheblichen Fortschritte auf, die die Teilnehmer durch die Ausbildung gemacht haben. Bis Ende Mai wird an drei weiteren Wochenenden der größte Teil der Eilshauser Atemschutzgeräteträger geschult, im Anschluss daran ist die Ausbildung der Schweichelner Kameraden vorgesehen.





