Feuerwehr Hiddenhausen

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Aqua-Gymnastikgruppe durch Chlor verletzt

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Zahlreiche Helfer sind in Schweicheln-Bermbeck im Einsatz, B 239 kurzzeitig gesperrt

11 Teilnehmerinnen einer Sportgruppe wurden am Abend im Schwimmbad der Evangelischen Jugendhilfe auf dem Eickhofgelände in Schweicheln-Bermbeck leicht verletzt. Die Frauen erlitten Reizungen der Atemwege und der Augen. Grund dafür war offensichtlich eine Überchlorung des Wassers.

Es ist 19,40 Uhr. Sabine S. leitet an diesem Abend die Aqua-Fitnessgruppe mit 14 Freizeitsportlerinnen. Um 19,40 Uhr nehmen einige der Kursteilnehmerinnen erste Beschwerden wahr. Schließlich ist der beißende Chlorgeruch nicht mehr zu ertragen. Um 20,15 Uhr entschließt sich die Leiterin die Veranstaltung abzubrechen, nachdem 11 Personen im Alter von 27 bis 51 Jahren über gesundheitliche Probleme klagen. Der Rettungsdienst und die Feuerwehr werden alarmiert.
 
 
Notarzt und Rettungswagen aus Herford waren schnell vor Ort. Die Feuerwehreinheiten vom Löschzug Schweicheln-Bermbeck und Löschzug Eilshausen begannen umgehend mit der Evakuierung der Schwimmhalle. Das Fußballtraining in der angrenzenden Sporthalle wurde ebenfalls sofort abgebrochen. Feuerwehrkräfte führten die zehn Jugendlichen aus dem Gebäude.  Kreisbrandmeister Wolfgang Hackländer eilte nach der MANV1-Alarmierung herbei und machte sich ein Bild von der Lage.  Weitere Rettungswagen aus dem gesamten Kreisgebiet sowie den Städten Bad Oeynhausen und Melle wurden daraufhin in Marsch gesetzt. Die Alarm- und Ausrückeordnung sieht für diesen Fall zusätzlich die Unterstützung durch eine spezielle Betreuungseinheit vor. Aus Löhne machte sich daher eine Gruppe  der Johanniter-Unfallhilfe auf den Weg nach Hiddenhausen. Die sechs Sanitäter trafen wenig später mit einem speziellen Gerätewagen Sanitätsdienst am Eickhofgelände ein. Mittlerweile hatte die Einsatzleitung drei Einsatzabschnitte eingerichtet.
 
 
Im „Abschnitt-Betreuung“ übernahmen Rettungsdienst und Feuerwehr gemeinsam die Versorgung und Betreuung der verletzten Personen. Der leitende Notarzt Dr. Lorenz koordinierte hier das Geschehen. Als Unterkunft diente der Schulungsraum der Feuerwehr Schweicheln-Bermbeck, denn deren Gerätehaus liegt in unmittelbarer Nähe zur Schwimmhalle. Währenddessen wurde im „Abschnitt-Chlor“ fieberhaft nach der Unglücksursache gesucht. Die Wehrleute aus Hiddenhausen wurden dabei von den hauptamtlichen Kräften aus Herford unterstützt.
Die waren mit ihrem Gerätewagen-Messtechnik angerückt. Erste Messungen mit speziellen Prüfröhrchen zeigten jedoch keine erhöhte Chlorkonzentration in der Luft. Schließlich rückten die Wehrleute unter schwerem Atemschutz in die Schwimmhalle vor. Hier wurde die Tür des Technikraums gewaltsam geöffnet, da der Hausmeister zunächst nicht zu erreichen war. Messungen des Chlorgehalts im Wasser ergaben dann allerdings alarmierende Werte. Die Messanlage des Betreibers wies deutlich erhöhte Werte auf. Der Chlorvorratsbehälter hatte sich zwischenzeitlich aufgrund der fehlerhaften Zumischung völlig geleert. Im „Einsatzabschnitt-Bereitstellung“ war zwischenzeitlich ein Großaufgebot an Rettungsfahrzeugen eingetroffen. Die Polizei sperrte sicherheitshalber den Verkehr auf der stark frequentierten Bundesstraße 239. Nach und nach wurden die verletzten Frauen zur weiteren Beobachtung in die umliegenden Krankenhäuser abtransportiert.

Vor Ort übernahm die Kriminalpolizei die Ermittlungen. Die Beamten sperrten die Anlage und untersagten die Benutzung des Schwimmbades bis auf Weiteres. Außerdem, so stellte sich heraus, hatte an diesem Tag schon ein Aqua-Fitnesskurs mit älteren Damen stattgefunden. Die Frauen wurden noch in der Nacht telefonisch von der Polizei informiert, bei evtl. gesundheitlichen Problemen  sofort das Krankenhaus aufzusuchen. Für die Feuerwehr war der Einsatz gegen 22 Uhr beendet.


Jens Vogelsang
(Text u. Fotos)