Feuerwehr Hiddenhausen

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Wanderfreunde machen Station bei der Feuerwehr

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Informationsabend zum vorbeugenden Brandschutz und Katastrophenfall

Ist der Notfall erst eingetreten, wird es für Vorsorgemaßnahmen zu spät sein. Die Feuerwehr der Gemeinde Hiddenhausen führt daher ständig Schulungen an Kindergärten, Schulen und Behinderteneinrichtungen durch. Daneben werden aber auch Informationsveranstaltungen zum vorbeugenden Brandschutz für die Bürgerinnen und Bürger angeboten. Jetzt war eine Abordnung des Freizeit- und Wandervereins Schweicheln-Bermbeck e.V. unter Leitung von Wolfgang Berg zu Gast im Feuerwehrgerätehaus an der Herforder Straße.
 


Rund 40 Wanderfreunde machten Station am Gerätehaus der Feuerwehr.
 

  Rund 40 interessierte Wanderfreunde hatten sich am Freitagabend im Schulungsraum des Löschzugs eingefunden. Und die bekamen von Fachberater Ulrich Dockhorn zunächst einige interessante Informationen über die Freiwillige Feuerwehr ihrer Heimatgemeinde zu hören. So werde der Brandschutz in Hiddenhausen ausschließlich durch 82 ehrenamtliche Feuerwehrleute sichergestellt. „Innerhalb von acht Minuten müssen die Einsatzkräfte im Notfall vor Ort sein!“ So jedenfalls sehe es der Brandschutzbedarfsplan vor. Oftmals rücke das erste Fahrzeug bereits nach drei bis vier Minuten aus. „In der Zeit schaffe ich es ja gerade, mich anzuziehen“, so eine erstaunte Zuhörerin. Dann wurde den Anwesenden die persönliche Schutzausrüstung der Wehrleute vorgeführt. Das Gewicht der Spezialkleidung samt Atemschutzgerät betrage immerhin rund 25 Kilogramm, erläuterte Nicholas Jost, Leiter des Löschzugs Schweicheln-Bermbeck. Mit dieser Zusatzlast müssten die Feuerwehrleute gerade bei einem Brandeinsatz oftmals schwere körperliche Arbeit leisten.
 
Vorführung des „Rauchdemohauses“
Die Feuerwehr der Gemeinde ist für nahezu alle Einsatzlagen gut gerüstet, kann allerdings bei einem  Großschaden, wie etwa einer Unwetterkatastrophe,  nicht überall gleichzeitig helfen. Wichtig sei daher, dass auch in den   Privathaushalten ausreichend für den Notfall vorgesorgt werde, so Ulrich Dockhorn. „Jeder muss sich fragen, kann ich mir und anderen in Notsituationen helfen!“  Die Schneekatastrophe im Münsterland mit einem tagelangen Stromausfall, der Orkan Kyrill und das Elbehochwasser seien in nachhaltiger Erinnerung geblieben, sagte Dockhorn. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rate daher mittlerweile wieder dazu, Vorräte anzulegen. Das gelte beispielsweise für Kerzen und Taschenlampenbatterien, aber auch für Lebensmittel. Eine Dokumentenmappe mit allen wichtigen Papieren sollte für den Notfall bereitliegen. Ebenso könnten ein Radio mit Batteriebetrieb und ein Campinggaskocher bei einer Katastrophe wertvolle Dienste leisten, so die Empfehlungen des Bundesamtes. Anschließend bekamen die Gäste des Freizeit- und Wandervereins noch Tipps zur anstehenden Grillsaison. Eine große Gefahr gehe dabei von Brandbeschleunigern, wie etwa Spiritus aus, die niemals beim Grillen verwendet werden sollten. Außerdem sollte in Feuerlöscher in keinem Haushalt fehlen, so der Ratschlag der Feuerwehrleute. Ein solcher Löscher sei allerdings nur für Brände in der Entstehensphase geeignet, sagte Ulrich Dockhorn. „Verqualmte Räume dürfen niemals betreten werden!“  Denn die giftigen Brandgase könnten bereits nach wenigen Atemzügen zum Tod führen. So setze beispielsweise ein brennender PVC-Bodenbelag Salzsäuredämpfe frei. „Schließen Sie deshalb die Tür und alarmieren Sie sofort die Feuerwehr!“ Außerdem appellierten die Feuerwehrleute an ihre Gäste, Rauchmelder zu installieren. Schlafräume und Kinderzimmer sollten unbedingt mit den Warngeräten ausgerüstet werden, sagte Nicholas Jost. „Die Melder sind schon für unter zehn Euro im Baumarkt zu bekommen!“  Die abschließende Vorführung am „Rauchdemohaus“  verdeutlichte nochmals,  welchen Weg der tückische Brandrauch in einem Gebäude nimmt. Das spezielle „Puppenhaus“ ist mit mehreren voll funktionsfähigen Rauchmeldern ausgerüstet, deren Wirkungsweise so ebenfalls vorgeführt werden konnte.
 
Besondere Termine, so wie der Besuch bei der Feuerwehr, ständen bei den Mitgliedern des Freizeit- und Wandervereins Schweicheln-Bermbeck e.V. regelmäßig auf dem Programm, erläuterte deren Vorsitzender Wolfgang Berg. So seien die Vereinsmitglieder kürzlich durch das Rote-Kreuz geschult worden. Einen Beamten der Kreispolizeibehörde habe man ebenfalls bereits zu Gast gehabt. Jetzt beginnt für die Wanderfreunde allerdings erst einmal die Radsaison. Eine erste Fahrradtour führt in wenigen Tagen nach Bad Oeynhausen.

 


Jens Vogelsang
(Text u. Fotos)

 
 
 
Das Team der Feuerwehr Hiddenhausen mit (v.l.) Nicholas Jost, Fabian
Stadelmann, Bernd Günzel u. Ulrich Dockhorn zusammen mit Wolfgang Berg und
weiteren Wanderfreunden.